Destillationsverfahren

Bei der Destillation werden verschiedene Stoffe mit unterschiedlichen Siedepunkten voneinander getrennt. Zuerst Siedet Methanol (64,7°C), dieser wird im Vorlauf abgeschnitten. Dann Siedet Ethanol (78,3°C), diesen nennen wir das Herzstück. Wasser siedet bei 100°C, beim Destillationsvorgang bleibt dieses in der Brennblase zurück.

Es gibt zwei Verfahren der Destillation. Die Diskontinuierliche und die Kontinuierliche.

Pot-Still-Verfahren (diskontinuierliches Verfahren)

Die Destillation erfolgt in zwei voneinander unabhängigen Brennvorgängen in Kupferkesseln (Pot-Stills). Dieses Verfahren ist sehr zeit- und kostenintensiv. Bringt aber auch die besten Ergebnisse, da sich der Vor- und Nachlauf vollständig abschneiden lassen.

Erste Destillation:

  • Alkoholisches Ausgangsprodukt wird in Brennblase gegeben und erhitzt.
  • Aufsteigende Alkoholdämpfe sammeln sich im Helm, gelangen durch das Steigrohr in die Kühlschlange und werden kondensiert.
  • Bei der ersten Destillation entsteht ein trüber Raubrand. Dieser hat einen Alkoholgehalt zwischen 25 und 35 Vol.-% und enthält sehr viel Methanol.

Zweite Destillation:

  • Der Raubrand wird erneut in die Brennblase gefüllt. Der aufsteigende Dampf kühlt im Kondensator ab. Das Ergebnis ist der Feinbrand.
  • Die zuerst abfließenden Alkoholdämpfe sind der Vorlauf. Dieser enthält sehr viele unerwünschte Fremdstoffe und wird deshalb abgetrennt.
  • Darauf folgt der Mittellauf, das Herzstück der Destillation. Es wird nur das Herzstück verwendet. Dieser beginnt mit einem Alkoholgehalt von 75 bis 80 Vol.-%. Im Laufe der Destillation sinkt dieser langsam ab. Je nach Ausgangsprodukt lässt man ihn auf 65 bis 45 Vol.-% absinken. Desto früher man den Mittellauf beendet, umso besser ist die Qualität des Destillats.
  • Der Nachlauf enthält Fuselöle und wird wie der Vorlauf entfernt. Beide können schwere körperliche Schäden verursachen.
  • Vorlauf und Nachlauf werden meist beim nächsten Destillationsvorgang wieder mit destilliert.

Das Pot-Still-Verfahren wir unter anderem für die Herstellung von Malt Whisky, Irish Whiskey, Gin, hochwertigem Rum und Tequila verwendet.

Patent-Still-Verfahren (kontinuierliches Verfahren)

Dieses Verfahren arbeitet kontinuierlich ohne Unterbrechung und ist so weniger arbeits- und kostenintensiv. Außerdem erhält man einen höheren Alkoholgehalt, welcher allerdings auf Kosten der hohen Qualität und der Aromastoffe geht.

Das Kontinuierliche Verfahren besteht meist aus zwei miteinander verbundenen Säulen aus Edelstahl oder Kupfer – dem Analyser (Trennkolonne) und dem Rectifier (Rektifizierkolonne). In den Säulen befinden sich löchrige Trennböden von bis zu 30 übereinander montierten Böden mit Glockenventilen. Umso mehr Böden eine Kolonne enthält, desto höher wird der Alkoholgehalt. Je mehr Kolonnen hinter einander gestaffelt sind, desto reiner wird das Destillat.

Das Herzstück kann bei diesem Brennverfahren einen maximal Alkoholgehalt von 94,8 Vol.-% enthalten.

Verwendet wird dieses Verfahren unter anderem für Grain Whisky und Wodka.

Besondere Destillationsverfahren sind das Alambic-charentais-Verfahren (Charentaiser Verfahren) und das Alambic-armagnacais-Verfahen.

Das Charentaiser Verfahren ist die französische Version des Pot-Still-Verfahren.

  • Dabei wird vorgewärmter Wein in einer Brennblase über offenem Feuer erhitzt.
  • Der aufgefangene Alkohol (der Raubrand) hat einen Alkoholgehalt von 28 bis 32 Vol.-%
  • Dieser wird ein zweites Mal destilliert.
  • Wie beim Pot-Still-Verfahren werden Vor- und Nachlauf ausgeschieden und nur das Mittelstück (Herzstück) verwendet.

Verwendet wird dieses Verfahren unter anderem für die Herstellung von Cognac, Brandy de Jerez oder hochwertigen Rum.

Das Alambic-armagnacais-Verfahren ist die französische Version des Patent-Still-Verfahrens.

Allerdings enthält die Kolonne nur fünf Böden, wodurch der Alkoholgehalt des Endproduktes bei einer Einmaligen Destillation nur etwa 50 bis 60 Vol.-% beträgt.

Verwendet wird dieses Verfahren für die Herstellung von Armagnac

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