Portwein

Portwein kommt aus dem Norden Portugals, genauer gesagt aus dem Duoro-Tal. Dieser Fluss schlängelt sich über eine Länge von 140 Kilometer von der Stadt Porto, wo der Duoro-Fluss in den Atlantik mündet, bis zur spanischen Grenze. Zu Beginn der Portugiesischen Weingeschichte hatte der einfache Wein nichts mit dem heutigen Portwein zu tun. Er war trocken und hatte einen sehr hohen, natürlichen Alkoholgehalt. Da der Wein von der Hafenstadt Porto aus in die Welt verschifft wurde, begann man damit, den Wein für die bessere Haltbarkeit mit Weinbrand auf zuspritzen. So war der Portwein geboren. Benannt wurde der Wein aus dem Duoro-Tal nach der portugiesischen Hafenstadt, zu Portugiesisch: Vinho do Porto.

Portwein darf nur im gesetzlich festgelegten Duoro Gebiet angebaut werden. Ähnlich wie der Champagner nur aus der Champagne kommen darf.

Portweinerzeugung:

Geerntet werden die Trauben zwischen Ende September und Anfang Oktober. Die Ernte ist eine schwierige und oft gefährliche Arbeit, da die Weine in Steillagen von bis zu 60 Grad wachsen.

Direkt nach der Ernte werden die Trauben in großen Pressmaschinen entstielt, gemaischt und gepresst. Wie früher geht man heute immer öfter wieder dazu über, die Trauben mit den Füßen zu zerstampfen. Durch diese Methode wird mehr von dem natürlichen Farbstoff der Traubenschalen freigesetzt, wodurch der Portwein viel Farbintensiver wird.

Die zerstampfte Maische entwickelt nach kurzer Zeit genug Wärme um zu vergären. Wenn der gesamte Zucker vergoren ist, der Wein hat dann einen Alkoholgehalt von etwa 8 Vol.-%, wird durch Zugabe von einem Weinbrand mit 77 Vol.-% der Gärvorgang gestoppt. So erreicht der Portwein einen Alkoholgehalt von 19 bis 22 Vol.-%, das verhindert eine Nachgärung und steigert die Haltbarkeit und die Lagerfähigkeit.

Bis 1986 gab es die gesetzliche Regelung, dass alle Portweine in Vila Nova de Gaia ihren Lager- bzw. Alterungsprozess durch laufen müssen, was der Grund ist, warum dort alle großen Handelshäuser ihre eigenen Kellereien haben.
Diese Regelung gilt heute nicht mehr, was eine große Erleichterung für viele Betriebe ist.

Vor der Lagerung wird der junge Portwein verkostet und den jeweiligen Portweintypen zugeordnet. Anschließend wird dieser in kleine Holzfässer mit einem Fassungsvermögen von 550L, so genannte Pipas, oder in Stahltanks umgefüllt in denen der Wein mindestens 2 Jahre reifen und lagern muss. Anschließend wird entschieden welche Art von Portwein aus den Grundweinen erzeugt werden soll.

Grundsätzlich unterscheidet man in Weißer Portwein (White Port) und Roter Portwein. Da das zu einfach wäre und wir Menschen es gerne kompliziert mögen gibt es zusätzlich dazu noch folgende Bezeichnungen:

  • White Port: Wird ausschließlich aus weißen Trauben hergestellt, ist meist trocken ausgebaut und wird als Aperitif getrunken.
  • Ruby Port: Ist ein Cuvée aus roten Portweinen, wobei der Jüngste drei Jahre alt sein muss. Es ist ein ausgewogener, süßer, fruchtiger Portwein und wird nach dem Essen getrunken.
  • Tawny Port: Ist ein Cuvée aus roten Portweinen, welche mindestens drei Jahre im Holzfass lagern. Während der Lagerung Oxidiert der Wein, weil durch das Fass Luft eindringt, wodurch er seine gelbbraune Farbe bekommt. Es ist ein süßer Port und wird nach dem Essen getrunken.
  • Colheita: Für diesen Portwein dürfen nur Trauben aus einem einzigen Erntejahrgang verwendet werden. Der Port muss mindestens sieben Jahre im Holzfass reifen. Er ist ein süßer, ausgewogener Portwein und wird nach dem Essen getrunken.
  • Vintage Port: Dieser Portwein wird nur aus hervorragenden Jahrgängen hergestellt, dies passiert maximal dreimal pro Jahrzehnt. Nachdem der Wein drei Jahre im Holzfass gereift ist, wird er in Glasflaschen umgefüllt wo er bis zu 20 Jahre weiter reift. Dadurch, dass in der Glasflasche keine Luft an den Portwein dringt, reift dieser nur sehr langsam und entwickelt dabei eine sehr komplexe Struktur.
  • Late Bottled Vintage: Dieser Jahrgangsportwein wird ausschließlich aus den Trauben des auf dem Etikett angegebenen Jahrgangs hergestellt. Allerdings reift dieser Portwein vier bis sechs Jahre in Holzfässern bevor er in Flaschen umgefüllt wird. Deswegen wird er ‚Late Bottled‘ genannt. Geschmacklich ist der Late Bottled Vintage Port leichter als der Vintage Port und hat eine intensiv dunkelrote Farbe.
  • Vintage Character oder Premium Ruby: Dieser Portwein ist ein Cuvée aus hervorragenden Ruby Ports, welche durchschnittlich drei bis vier Jahre alt sind. Er zeichnet sich durch eine deutliche Frucht und einen komplexen Geschmack aus.

Diese Bezeichnung müssen ebenso wie die Jahrgangsangaben auf der Flasche stehen. 

    Wobei sich die letzten vier Portwein Kategorien auch nur in einem wirklich gut sortierten Spirituosen Fachgeschäft finden lassen. Die gängigsten, die sich inzwischen in fast jedem Supermarkt finden lassen sind definitiv White Port und Ruby Port, wobei auch Tawny Port immer mehr im kommen ist. 

    (zurück zur Weinherstellungsübersicht)

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