Black Bowmore 1964

Um mal wieder etwas über meine Lieblingsspirituose zu reden, gibt es heute ein paar Infos über einen recht seltenen Whisky.

Seit ihrer Gründung 1779 durchlief die Bowmore-Destilliere, eine der ältesten Whiskybrennereien Schottlands und die erste Legale der Insel Islay, verschiedene Besitzer; alle diese Firmen hier aufzuführen, kommt mir ein bisschen langweilig vor. Jedenfalls ging eine dieser Firmen 1963 Bankrott und wurde von der Stanley P. Morrison Ltd., zu der auch ‚Auchentoshan‘ und ‚Glen Garioch‘ gehören, übernommen. Das Image, das Bild, das wir vor Augen haben, wenn wir an Bowmore denken, wurde von dieser Firma geprägt und hat sich seitdem nicht viel verändert. Seit 1994 gehört die Bowmore-Destilliere  zur japanischen Suntory-Gruppe.

Zurück zu unserem Black Bowmore. Abgefüllt 1964 in Sherry-Oloroso-Fässer reifte dieser 29, 30 oder 31 Jahre. Im Jahre 1993 und 1994 wurden jeweils 2.000 Flaschen abgefüllt, diese Abfüllungen werden ‚First Edition‘ und ‚Second Edition‘ genannt. Die Abfüllung von 1995 heißt ‚Final Edition‘ mit nur 1.812 abgefüllten Flaschen. Alle Abfüllungen haben Fassstärke und somit ca. 50 Vol.-%.

Den Namen hat der Black Bowmore von seiner tiefen, rot-braunen, fast schon schwarzen Farbe, welche er durch das Sherry-Oloroso-Fass bekommt. Etwas, das diesen Whisky auch besonders macht, ist, dass man eigentlich erst in späteren Jahren angefangen hat, für Whisky andere Fässer als europäische Eiche zu verwenden. Damit weisen die hier verwendeten Sherry-Oloroso-Fässer noch eine Qualität auf, die man heute wahrscheinlich eher schwer findet. Heute werden solche Fässer eher verwendet, um einen Whisky zu veredeln, ihnen ein Finish zu geben, nicht aber, um einen Whisky nur in solchen Fässern reifen zu lassen.

Geschmacklich hat man viel Frucht gepaart mit dem Torf eines Islay Single Malts. Wer schon mal einen alten Oloroso getrunken hat, oder eine Bodega besucht hat, kann sich eher vorstellen, wie schön dieser Whisky schmecken muss, was für ein Gedicht von einem Whisky der Black Bowmore sein muss.

Dies ist sicherlich auch der Grund für die recht stolzen Preise, für welche eine Flasche auf dem Markt und auf Auktionen zu bekommen ist. Die Preise liegen bei zwischen 19.853,79 US$ bis 35.311,84 US$.

Ich hatte ja schon in einem anderen Artikel erwähnt, dass ich vor einigen Monaten in die Schweiz umgezogen bin. In der sehr gut sortierten Hotelbar, in welcher ich hier im The Chedi Andermatt arbeite, haben wir auch eine Flasche Black Bowmore stehen. Da es die teuerste Flasche ist, die wir haben, und ich davon bis jetzt eigentlich recht wenig wusste, kam es zu diesem Artikel.

Vor zwei Monaten kam ich doch tatsächlich zu dem vergnügen diesen edlen Tropfen auszuschenken. Der Gast kam zielstrebig in die Bar und fragte nur nach dem Black Bowmore, schnupperte kurz daran und ließ sich eine volle Portion einschenken. Ich denke dies gehört wohl zu den teuersten Getränken, welche ich je verkaufen durfte.

Während ich über den Black Bowmore recherchierte, musste ich feststellen, dass wir diesen wunderbaren Whisky zu einem sehr fairen Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.

Das eine Portion von 4cl von dem ‚Black Bowmore 1964‘ bei uns für nur 999 CHF zu haben sind, liegt, glaube ich, daran, dass wir die Flasche damals zu einem sehr fairen Preis bekommen haben und auch seltene Whiskys hergestellt werden, um sie zu trinken, zu genießen und nicht nur um eine Flasche zu besitzen, vor allem nicht in einer Bar wie der unseren.

Es geht in diesem Artikel gar nicht darum, Werbung für meinen ehemaligen Arbeitsplatz zu machen, auch wenn das jetzt so erscheinen mag. Vielmehr möchte ich, als Liebhaber von besonderen Spirituosen, Whiskyliebhaber darauf aufmerksam machen, dass man im The Chedi Andermatt einige edle Tropfen dieser Welt probieren kann, ohne ein Vermögen dafür ausgeben zu müssen. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn mich der eine oder andere Leser in Andermatt besuchen würde.

Wer diesen Artikel bis zum Schluss gelesen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass ich nicht mehr in der Schweiz arbeite… oder doch noch?.. nein! Als Spirituosen Liebhaber kann ich die Bar aber trotzdem nur empfehlen. Mich hat mein Weg aus der Schweiz auf die Insel Sylt geführt. Ins Severin’s Resort & Spa in Keitum um genau zu sein. Hier haben wir übrigens auch eine hervorragend sortierte Whisk(e)ykarte. Ich würde mich über den einen oder anderen Besucher freuen.

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